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Zinseszinsrechner: Endkapital, Zinsen und Sparplan berechnen
Wer Geld anlegt, verdient nicht nur auf das eingesetzte Kapital Zinsen, sondern mit der Zeit auch auf die bereits gutgeschriebenen Zinsen selbst. Dieser Effekt heißt Zinseszins, und er macht über lange Zeiträume einen erstaunlich großen Unterschied. Mit diesem Rechner geben Sie Ihr Startkapital, eine optionale monatliche Sparrate, den erwarteten Zinssatz und die Laufzeit ein und sehen sofort, wie viel am Ende dabei herauskommt, aufgeschlüsselt nach eingezahltem Betrag und tatsächlich erwirtschafteten Zinsen.
Was, wenn der Zinssatz anders ausfällt?
Gleiche Eingaben, +/- 1 Prozentpunkt beim Zinssatz.
| Szenario | Zinssatz | Endkapital |
|---|---|---|
| Pessimistisch | – | – |
| Erwartet | – | – |
| Optimistisch | – | – |
So funktioniert der Zinseszinseffekt
Beim einfachen Zinssatz bekommen Sie jedes Jahr denselben Betrag an Zinsen ausgezahlt, berechnet auf das ursprüngliche Startkapital. Beim Zinseszins bleiben die Zinsen dagegen im Kapital stehen und werden in der nächsten Periode mitverzinst. Ab dem zweiten Jahr verdienen Sie also Zinsen auf Zinsen, und dieser Effekt verstärkt sich mit jeder weiteren Periode.
Bei kurzen Laufzeiten fällt der Unterschied kaum auf. Nach fünf oder zehn Jahren wird er spürbar, und nach zwanzig oder dreißig Jahren kann er über die Hälfte des gesamten Endkapitals ausmachen, wie das Rechenbeispiel weiter unten zeigt. Albert Einstein soll den Zinseszins einmal das achte Weltwunder genannt haben. Ob das Zitat wirklich von ihm stammt, ist historisch umstritten, der Effekt selbst ist es nicht.
Rechenbeispiel: 10.000 Euro über 20 Jahre
Angenommen, Sie legen 10.000 Euro einmalig an und lassen das Geld 20 Jahre lang bei einem angenommenen Zinssatz von 5 Prozent pro Jahr liegen, ohne weitere Einzahlungen. Je nachdem, wie oft die Zinsen gutgeschrieben werden, ergibt sich ein unterschiedliches Endkapital:
- Jährliche Verzinsung: Endkapital 26.532,98 Euro, davon 16.532,98 Euro Zinsen
- Monatliche Verzinsung: Endkapital 27.126,40 Euro, davon 17.126,40 Euro Zinsen
- Tägliche Verzinsung: Endkapital 27.180,96 Euro, davon 17.180,96 Euro Zinsen
Zinseszins mit monatlicher Sparrate
In der Praxis legen die wenigsten Menschen einmalig einen großen Betrag an und rühren ihn danach nicht mehr an. Häufiger ist ein Sparplan, bei dem monatlich ein fester Betrag hinzukommt. Dieser Rechner bildet genau das ab: Neben dem Startkapital können Sie eine monatliche Sparrate eingeben, die bei jeder Verzinsungsperiode anteilig mit eingezahlt und ab diesem Zeitpunkt ebenfalls mitverzinst wird.
Ein Beispiel: 10.000 Euro Startkapital, 200 Euro monatliche Sparrate, 5 Prozent Zinssatz, 20 Jahre Laufzeit, monatliche Verzinsung. Insgesamt zahlen Sie über die Laufzeit 58.000 Euro ein (10.000 Euro Startkapital plus 48.000 Euro Sparraten). Das Endkapital liegt bei 109.333,14 Euro, also 51.333,14 Euro reiner Zinsertrag, mehr als die Summe aller eigenen Einzahlungen.
Ein zweites Beispiel mit kleineren Beträgen, aber längerer Laufzeit: 5.000 Euro Startkapital, 100 Euro monatliche Sparrate, 6 Prozent Zinssatz, 30 Jahre Laufzeit, monatliche Verzinsung. Eingezahlt werden insgesamt 41.000 Euro, das Endkapital beträgt 130.564,38 Euro. Der Zinsertrag von 89.564,38 Euro übersteigt hier die Einzahlungssumme um mehr als das Doppelte, ein anschauliches Beispiel dafür, wie stark Zeit als Faktor wirkt.
Jährliche, monatliche oder tägliche Verzinsung: der Unterschied
Die Zinsperiode gibt an, wie oft die Zinsen dem Kapital gutgeschrieben und ab dann selbst mitverzinst werden. Je häufiger das geschieht, desto größer wird der Zinseszinseffekt, allerdings mit abnehmendem Grenznutzen: Der Sprung von jährlicher zu monatlicher Verzinsung bringt spürbar mehr als der Sprung von monatlicher zu täglicher Verzinsung, wie die Tabelle zeigt.
- Jährlich (1x pro Jahr): die klassische Variante bei den meisten Festgeld- und Sparbuchangeboten
- Halbjährlich (2x pro Jahr): seltener, teils bei Anleihen üblich
- Vierteljährlich (4x pro Jahr): bei manchen Sparplänen und Fonds
- Monatlich (12x pro Jahr): üblich bei ETF-Sparplänen mit monatlicher Ausführung
- Täglich (365x pro Jahr): der theoretische Grenzfall, dem sich stetige Verzinsung annähert
Häufige Fehler bei der Zinseszinsrechnung
Ein verbreiteter Denkfehler ist, den Zinssatz linear auf die Laufzeit hochzurechnen, also bei 5 Prozent über 20 Jahre schlicht mit dem Faktor 2 zu rechnen (100 Prozent Gesamtzuwachs). Tatsächlich wächst das Kapital exponentiell, im Beispiel oben ergeben 5 Prozent über 20 Jahre bei jährlicher Verzinsung einen Zuwachs von rund 165 Prozent auf das Startkapital, nicht 100 Prozent.
Ein zweiter Fehler betrifft die Sparrate: Manche gehen davon aus, dass eine monatliche Sparrate einfach mit der Laufzeit in Jahren multipliziert werden muss, um die Einzahlungssumme zu erhalten, vergessen dabei aber den Faktor 12 für die Monate im Jahr. Der Rechner auf dieser Seite übernimmt diese Rechnung automatisch und zeigt Einzahlungssumme und Zinsertrag getrennt an, damit der Unterschied sofort sichtbar wird.
Ein dritter, subtilerer Fehler ist die Annahme eines konstanten Zinssatzes über Jahrzehnte. In der Realität schwanken Renditen, besonders bei Aktien und ETFs, teils erheblich von Jahr zu Jahr. Die Drei-Szenario-Tabelle unter dem Rechner (ein Prozentpunkt niedriger und höher als der eingegebene Zinssatz) hilft dabei, ein Gefühl für diese Schwankungsbreite zu bekommen, ersetzt aber keine seriöse Renditeprognose.
Vergleichstabelle: Zinssatz und Laufzeit im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt, wie stark sich unterschiedliche Zinssätze und Laufzeiten auf dasselbe Startkapital auswirken. Der obere Teil hält Startkapital (10.000 Euro, keine Sparrate, jährliche Verzinsung) und Laufzeit (20 Jahre) konstant und variiert nur den Zinssatz. Der untere Teil hält Startkapital (10.000 Euro) und Sparrate (200 Euro monatlich) sowie den Zinssatz (5 Prozent, monatliche Verzinsung) konstant und variiert nur die Laufzeit.
| Zinssatz p.a. | Endkapital nach 20 Jahren | Zinsertrag |
|---|---|---|
| 3 % | 18.061,11 € | 8.061,11 € |
| 5 % | 26.532,98 € | 16.532,98 € |
| 7 % | 38.696,84 € | 28.696,84 € |
| 9 % | 56.044,11 € | 46.044,11 € |
| Laufzeit | Endkapital | Eingezahlt | Zinsertrag |
|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 47.526,55 € | 34.000,00 € | 13.526,55 € |
| 20 Jahre | 109.333,14 € | 58.000,00 € | 51.333,14 € |
| 30 Jahre | 211.129,17 € | 82.000,00 € | 129.129,17 € |
| 40 Jahre | 378.788,20 € | 106.000,00 € | 272.788,20 € |
Beide Tabellen zeigen dasselbe Grundmuster: Der Zinsertrag wächst nicht gleichmäßig, sondern zunehmend schneller. Zwischen Jahr 30 und Jahr 40 kommt in der unteren Tabelle mehr Zinsertrag hinzu als in den ersten 20 Jahren insgesamt erwirtschaftet wurde, obwohl in dieser letzten Dekade nur 24.000 Euro zusätzlich eingezahlt wurden.
Praktische Tipps für einen langfristigen Sparplan
Wer den Zinseszinseffekt für sich nutzen will, profitiert vor allem von zwei Stellschrauben: einem möglichst frühen Start und einer möglichst langen, ungestörten Laufzeit. Ein Vergleich verdeutlicht das: Wer zehn Jahre früher mit demselben monatlichen Betrag beginnt, hat am Ende oft ein deutlich höheres Endkapital als jemand, der später anfängt und versucht, die verlorene Zeit mit einer höheren Sparrate auszugleichen, weil die frühen Jahre am längsten mitverzinst werden.
Ein zweiter, oft unterschätzter Punkt ist Disziplin bei Entnahmen. Jede vorzeitige Auszahlung unterbricht den Zinseszinseffekt für den entnommenen Betrag dauerhaft, das bereits erwirtschaftete Wachstum darauf geht verloren. Wer die Wahl hat, sollte daher eher die Sparrate reduzieren, als bereits angelegtes Kapital anzutasten, sofern keine akute finanzielle Notwendigkeit besteht.
Drittens lohnt es sich, den Rechner mit realistischen statt optimistischen Annahmen zu füttern. Ein um zwei Prozentpunkte zu hoch angesetzter Zinssatz kann über 30 Jahre zu einer Fehleinschätzung des Endkapitals in Höhe eines mehrstelligen Prozentsatzes führen. Die Drei-Szenario-Tabelle direkt unter dem Rechner (ein Prozentpunkt niedriger und höher als der eingegebene Wert) hilft dabei, realistisch zu bleiben, ohne die Berechnung jedes Mal von Hand zu wiederholen.
Zinseszins und Inflation: nominales gegen reales Wachstum
Der Rechner zeigt das nominale Endkapital, also den Betrag, der tatsächlich auf dem Konto oder Depot steht. Was sich dafür kaufen lässt, hängt zusätzlich von der Inflation über denselben Zeitraum ab. Bei einer angenommenen Inflationsrate, die nah am nominalen Zinssatz liegt, bleibt die reale Kaufkraft des Kapitals über die Zeit fast unverändert, selbst wenn der nominale Kontostand deutlich steigt.
Diese Unterscheidung ist besonders bei sehr sicheren, niedrig verzinsten Anlageformen wie klassischem Tagesgeld relevant, wo der nominale Zinssatz die Inflation über längere Phasen kaum oder gar nicht ausgleicht. Wer die reale, kaufkraftbereinigte Entwicklung abschätzen möchte, kann näherungsweise die erwartete Inflationsrate vom eingegebenen Zinssatz abziehen und mit diesem niedrigeren Wert erneut rechnen, um ein Gefühl für die Differenz zwischen nominalem und realem Vermögenszuwachs zu bekommen.
Wofür der Zinseszinsrechner in der Praxis genutzt wird
Die häufigsten Anwendungsfälle sind die Planung eines langfristigen Sparplans zur Altersvorsorge, der Vergleich zwischen einer Einmalanlage und einem regelmäßigen Sparplan, sowie die grobe Einschätzung, wie stark sich ein höherer oder niedrigerer Zinssatz auf das Endergebnis auswirkt. Für konkrete ETF- oder Aktiensparpläne mit thesaurierenden Fonds gelten zusätzlich steuerliche Besonderheiten (etwa die Vorabpauschale), die dieser allgemeine Zinseszinsrechner bewusst nicht abbildet, da sie eine eigene, deutlich komplexere Berechnung erfordern.
Für die reine Frage, wie sich ein Kapitalbetrag bei einem angenommenen, konstanten Zinssatz über die Zeit entwickelt, egal ob Tagesgeld, Festgeld, ein grob geschätzter Aktienmarktzins oder ein anderes Anlageszenario, liefert der Rechner ein verlässliches, sofort nachvollziehbares Ergebnis. Auch für den umgekehrten Fall, die Einschätzung, wie viel monatliche Sparrate für ein bestimmtes Sparziel nötig wäre, lässt sich der Rechner mit ein wenig Ausprobieren nutzen: Werte für Sparrate oder Laufzeit so lange anpassen, bis das gewünschte Endkapital erreicht wird.
Wer die zugrunde liegende Mathematik im Detail nachvollziehen möchte, findet eine vollständige Herleitung mit Rechenbeispiel unter Zinseszins-Formel: Herleitung und Rechenweg.
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Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man Zinseszins?
Was ist der Unterschied zwischen Zinsen und Zinseszins?
Wie wirkt sich die monatliche Sparrate auf das Endkapital aus?
Was bedeutet die Zinsperiode im Rechner?
Rechnet der Zinseszinsrechner auch mit Steuern?
Wie viel Zinsen bekomme ich bei 10.000 Euro und 5 Prozent über 20 Jahre?
Kann ich mit dem Rechner auch einen ETF-Sparplan grob durchrechnen?
Werden meine eingegebenen Werte gespeichert?
Ab welcher Laufzeit lohnt sich der Zinseszinseffekt spürbar?
Was ist der Unterschied zwischen Endkapital und Zinsertrag im Ergebnis?
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